Wer einen kleinen Onlineshop startet, muss auch klären, wer sich um die Technik und den laufenden Betrieb kümmert. Shopify vereint viele Shopfunktionen in einem Dienst. Ein Website-Baukasten verbindet eine gestaltete Website mit einem kleinen Shop. Bei einer individuellen Entwicklung werden Design oder Funktionen auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten oder neu programmiert.
Wenn Sortiment und Abläufe überschaubar sind, starten viele Gründer am besten mit Shopify oder einem Baukasten. Eine individuelle Lösung lohnt sich, wenn Standardfunktionen wichtige Geschäftsabläufe nicht abdecken. Vergleichen Sie die gesamten Kosten für Start und Betrieb, nicht nur den Monatspreis.
Drei Wege im Vergleich
| Lösung | Passt besonders, wenn … | Vorteil | Nachteil | Aufwand bis zum Start |
|---|---|---|---|---|
| Shopify | ein Standard-Shop zügig online gehen soll | Hosting und Shopfunktionen sind gebündelt | Abo, Zahlungsgebühren und mögliche Kosten für Apps | Ein einfacher Shop kann schnell eingerichtet sein; Vorbereitung und Tests brauchen zusätzliche Zeit |
| Baukasten mit Shop | ein kleines Sortiment und eine einfache Website genügen | Gestaltung und Einrichtung lassen sich weitgehend selbst erledigen | Funktionen und Erweiterbarkeit hängen stark vom Anbieter und Tarif ab | Für einen einfachen Shop meist überschaubar |
| Individuelle Entwicklung | besondere Produktlogik oder Schnittstellen nötig sind | Funktionen und Abläufe lassen sich stärker anpassen | höhere Anfangskosten und laufender Betreuungsbedarf | Je nach Umfang Wochen bis Monate |
Diese Zeiten sind nicht direkt vergleichbar: Es gibt keine belastbare einheitliche Messung für alle drei Varianten. Produktdaten, Bilder, Texte, Zahlungs- und Versandregeln sowie Tests beeinflussen den Starttermin ebenso wie die Wahl des Systems.
Shopify für den schnellen Start
Shopify vereint Hosting, Shopverwaltung, Designvorlagen (Themes) und Erweiterungen in einem Dienst. Der Händler muss deshalb keinen eigenen Server einrichten. Shopify eignet sich für Gründer, die sich auf Sortiment und Verkauf konzentrieren und mit üblichen Abläufen starten wollen.
Laut Shopify lässt sich ein einfacher Shop innerhalb weniger Stunden einrichten, wenn Produktinformationen und Bilder bereitliegen. Damit ist der Shop noch nicht vollständig startklar. Markenauftritt, rechtliche Anforderungen, Tests und Marketingplanung brauchen zusätzliche Zeit.
Die Grundgebühr deckt nicht alle Kosten ab. In Shopifys deutscher Preisliste kostet der Basic-Tarif 27 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung oder 36 Euro bei monatlicher Zahlung. Für Zahlungen mit Shopify Payments nennt Shopify im Basic-Tarif eine Kartengebühr von 2,1 Prozent plus 0,30 Euro je Transaktion. Bei einem externen Zahlungsanbieter fällt laut Preisliste für diesen Tarif zusätzlich eine Transaktionsgebühr von 2 Prozent an. Apps oder externe Dienstleistungen können weitere Kosten verursachen. Vor Vertragsabschluss lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Preise und Gebühren.
Shopify passt, wenn der Händler einen üblichen Verkaufsablauf hat und ein gebündeltes Angebot höher bewertet als uneingeschränkte technische Kontrolle. Vor der Entscheidung sollte er prüfen, ob benötigte Funktionen bereits enthalten sind oder zusätzliche Apps beziehungsweise Programmierung erfordern.
Baukästen für kleine Shops
Ein Website-Baukasten mit Shopfunktionen passt, wenn ein Unternehmen vor allem eine übersichtliche Website mit Kaufmöglichkeit braucht. Ein lokaler Händler mit wenigen Produkten oder ein Einzelunternehmen mit stabilem Sortiment kann damit Website und Shop selbst gestalten und verwalten.
Die Tarife unterscheiden sich deutlich. Wix nennt für den deutschen Markt beispielsweise Core ab 29,75 Euro und Business ab 40,46 Euro pro Monat. Jimdo bewirbt einen Onlineshop ab 9 Euro pro Monat. An diesen Einstiegspreisen allein lässt sich nicht erkennen, welche Funktionen der jeweilige Tarif enthält und welche zusätzlichen Kosten für Zahlungen und Erweiterungen anfallen.
Vor dem Abschluss sollte der Händler den gewünschten Tarif anhand seiner tatsächlichen Anforderungen prüfen. Dazu zählen Produktvarianten, Versandregeln und Zahlungsarten. Auch die Anbindung an Kasse, Buchhaltung oder Warenwirtschaft sollte geprüft werden. Ebenso wichtig ist die Frage, ob sich Produkte, Bestellungen und Kundendaten bei einem späteren Wechsel exportieren lassen.
Ein Baukasten ist eine gute Wahl, wenn die Shopfunktionen des Tarifs ausreichen und möglichst viel selbst eingerichtet werden soll. Werden später komplexere Abläufe nötig, sollte der Händler früh prüfen, welche Erweiterungen der Anbieter zulässt und wie aufwendig ein Wechsel wäre.
Was Eigenentwicklung bedeutet
„Eigenentwicklung“ kann ganz unterschiedliche Vorhaben meinen. Ein individuell gestaltetes Design auf einer bestehenden Plattform ist etwas anderes als ein Shop, dessen Software weitgehend neu programmiert wird. Dazwischen liegen angepasste Open-Source-Lösungen wie WooCommerce. Dabei wählt der Händler selbst aus, wo die Shopsoftware läuft (Hosting) und welche Erweiterungen er nutzt.
Wenn ein Shop stark von üblichen Abläufen abweicht, kann eine individuelle Anpassung sinnvoll sein. Beispiele sind besondere Produktkonfigurationen, kundenspezifische Preise oder eine Verbindung zu vorhandener Unternehmenssoftware. Bei solchen Anforderungen sollte zuerst geprüft werden, ob eine Standardplattform sie mit vorhandenen Funktionen oder Erweiterungen abbildet.
Wer mehr selbst gestalten kann, muss sich auch um mehr kümmern. Bei selbst gehosteten Lösungen muss sich jemand um den Serverbetrieb, Updates, Sicherungskopien, Sicherheit und technische Fehler kümmern. WooCommerce beschreibt seine Kernsoftware als kostenlos, nennt für Hosting aber eine Orientierung von 25 bis 350 US-Dollar pro Monat. Kostenpflichtige Erweiterungen können demnach 29 bis 299 US-Dollar pro Jahr und Erweiterung kosten. Das sind Angaben des Anbieters in US-Dollar, keine verbindliche Kostenschätzung für einen deutschen Shop.
Kosten und Zeit realistisch planen
Ein deutscher Kostenratgeber nennt für einen Einstiegsshop mit angepasster Standardvorlage und bis zu etwa 100 Artikeln grobe Richtwerte von 2.000 bis 6.000 Euro netto. Diese Angaben stammen von einem kommerziellen Anbieter und sind weder amtliche Durchschnittspreise noch ein Richtwert für eine vollständig neu programmierte Shopsoftware.
Ein niedriger Startpreis zeigt nicht, was der Shop insgesamt kostet. Händler sollten prüfen, ob das Angebot Produktdaten, Bilder und Texte umfasst. Wichtig ist auch, ob der Anbieter Daten importiert, Zahlungen und Versand einrichtet, Schnittstellen einbindet und Tests durchführt. Zum laufenden Betrieb gehören Hosting oder Abo und Zahlungsgebühren. Hinzu kommen Erweiterungen, Wartung und Support. Ein Angebot mit wenigen Beispielprodukten lässt sich nicht direkt mit einem vergleichen, das ein vollständiges Sortiment importiert.
Zur Vorbereitung eines Verkaufskanals gehört mehr als die schnelle Einrichtung eines Shops. Bei Shopify können Produktdaten und Bilder einen einfachen Start innerhalb weniger Stunden ermöglichen. Die Vorbereitung von Markenauftritt, rechtlichen Anforderungen und Marketing dauert länger. Für individuelle Projekte hängt die Dauer vom Umfang ab; Wochen bis Monate sind möglich, aber eine verlässliche allgemeine Zeitangabe gibt es nicht.
Welche Lösung passt?
Shopify zuerst prüfen, wenn ein Standard-Shop zügig online gehen soll, die Abläufe üblich sind und ein monatliches Abo samt möglichen Zahlungs- und Erweiterungskosten in Ordnung ist.
Einen Baukasten zuerst prüfen, wenn Website und kleiner Shop gemeinsam selbst erstellt werden sollen, das Sortiment überschaubar bleibt und die benötigten Funktionen im gewählten Tarif enthalten sind.
Individuelle Entwicklung prüfen, wenn Standardlösungen wichtige Abläufe nicht abbilden, etwa eine besondere Produktkonfiguration, eigene Preisregeln oder spezielle Schnittstellen. Vor einem Auftrag sollte der Händler diese Anforderungen schriftlich festhalten und ein Angebot einholen, das Einrichtung, laufende Betreuung und spätere Änderungen getrennt ausweist.



