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Deutschland und Frankreich – Erfolgreich zusammenarbeiten

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Germany and France reach out their handsFrankreich ist nicht nur der zweitgrößte Markt Europas, sondern ebenfalls der natürliche und bevorzugte Handelspartner Deutschlands. Jedoch verursachen kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich in Bezug auf die Auffassung über Führungsstile, Unternehmensorganisationen und Arbeitsweisen häufig Missverständnisse. Diese können sich zu Hürden einer erfolgreichen Zusammenarbeit entwickeln. Um Verständigungsproblemen in der Arbeitswelt der Nachbarländer vorzubeugen, unterstützt die deutsch-französische Unternehmensberatung AGATHE TYCHE Unternehmen und Bewerber seit über 25 Jahren. Ein erster Ansatzpunkt für erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Auseinandersetzung mit spezifischen Verhaltensstrukturen der Nachbarkultur:

Körpersprache

Die Körpersprache von Franzosen und Deutschen ist sehr unterschiedlich. Die Franzosen machen viele lebendige, flexible Bewegungen und gestikulieren stark. Die Deutschen dagegen benutzen wenige Bewegungen. Zu viel Gestikulieren und viele Gebärden stören sie und erscheinen ihnen überflüssig.
Der räumliche Abstand, welcher in zwischenmenschlichen Beziehungen gewahrt wird, ist zwischen Deutschen relativ groß. Dieses Verhalten kann die Franzosen leicht schockieren. Franzosen vertragen mehr Nähe als Deutsche. In Frankreich sitzt man nah beieinander, man berührt, küsst und umarmt sich. Die Franzosen benutzen die Bewegungen, um zu kommunizieren.

Arbeitsrhythmus

Der Arbeitsrhythmus der beiden Länder ist sehr unterschiedlich. Die Deutschen sind „Morgenmenschen“, sie beginnen sehr früh zu arbeiten: zwischen 7.00 und 8.00 Uhr. Die Deutschen sind ab den frühen Morgenstunden effizient und können ihren Rhythmus bis in den Nachmittag hinein einhalten. Der Arbeitstag endet also in Deutschland früher als in Frankreich (zwischen 16.00 und 17.00 Uhr).
Dieser Rhythmus unterscheidet sich stark vom französischen. Vor allem in den großen Städten beginnt der Arbeitstag erst zwischen neun und halb zehn. Es ist dafür normal, bis sechs oder sieben Uhr abends im Büro zu bleiben. Die Franzosen sind „Nachtmenschen“. Am Morgen beginnen sie ihre Arbeit langsam, ihre höchste Leistung erreichen sie am Ende des Nachmittags und bewahren diese bis spät in die Abendstunden.

Mitarbeiterversammlungen

Die Deutschen kommen zu einer Versammlung mit einer präzisen und detaillierten Tagesordnung. Diese wird buchstäblich verfolgt. Eine deutsche Versammlung zielt darauf ab, einige konkrete Punkte zu besprechen, einen Konsens zu finden und die Entscheidung in der vorgegebenen Zeit zu treffen, um rechtzeitig fertig zu sein, so dass die Teilnehmer bei den folgenden Versammlungen pünktlich anwesend sein können. Da bleibt kein Platz für Abschweifen. Diese Art von Versammlung ist sehr frustrierend für die Franzosen, da sie ein Problem, das nicht in der Tagesordnung steht, von vornherein nicht besprechen können.

Da die französischen Versammlungen in einem kontinuierlichen Rhythmus stattfinden, lassen sie keinen Platz für Details, begünstigen aber Abschweifungen. Für die Deutschen sind die französischen Teilnehmer zu wortgewandt, was für sie unangebracht erscheint. Neue Ideen werden diskutiert, auch wenn sie nicht auf der Tagesordnung sind. So kann eine Versammlung eine oder zwei Stunden dauern, ohne dass eine Entscheidung getroffen oder ein Konsens gefunden wird. Wenn es überhaupt eine Tagesordnung gibt, stellt diese eher eine Diskussionsbasis als ein durchzuführendes Programm dar. Die Deutschen würden solche Arbeitsmethoden als Schmähung empfinden.

Die Präsentation

Eine deutsche Präsentation besteht aus konkreten Punkten und Kommentaren, die von Zahlen unterstützt werden. Auch Prognosen sind häufig, obwohl dies bedeutet, dass derjenige, der sie stellt, seine Glaubwürdigkeit verliert, wenn das Vorhergesagte nicht eintritt.
Französische Präsentationen sind normalerweise ausgeklügelter und spitzfindiger als die deutschen. Sie enthalten auch manchmal einen versteckten affektiven Charakter. Ein Hauptthema wird mit Abschweifungen entwickelt und erweitert. Um das Modell oder die Argumentation zu unterstützen, werden viele Daten verwendet, denn die Franzosen mögen Abstraktion und Zahlen. Diese Art der Präsentation stiftet bei den Deutschen oft Verwirrung. Die Franzosen hingegen sind oft mit den erschöpfenden Präsentationen der Deutschen unzufrieden; die französische Präsentation ist eine völlig logische Synthese, aber sie übernimmt nur einen Teil der gesamten Information.

Das Geschäftsessen

Der Status des Geschäftsessens verdeutlicht die Unterschiede des sozialen Verhaltens zwischen Deutschen und Franzosen. Das Arbeitsessen zählt in Deutschland zum „Zubehör“, während es in Frankreich eine wichtige Institution und unabdingbar für dauerhafte geschäftliche Beziehungen ist. Ein Franzose will seinen Gesprächspartner ausreichend kennen, um seine Reaktion in schwierigen Situationen oder im Laufe von Verhandlungen vorauszusehen oder um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Dafür trifft er ihn lieber außerhalb des Büros, in einer angenehmen Umgebung, die vertrauliche Gespräche erlaubt. In Frankreich kann ein Geschäftsessen sich über mehrere Stunden ausdehnen, was in Deutschland vollkommen undenkbar wäre. In Deutschland wird über Geschäfte traditionell nur vor und nach dem Essen gesprochen. In der übrigen Zeit kann man sich diskret über seinen Gast erkundigen.

Mehr Informationen zum deutsch-französischen Arbeitskontext erhalten Sie unter www.agathetyche.com.

Weiterführendes rund um eine länderübergreifende Zusammenarbeit:
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Bild: bigstockphoto.com / Zerbor

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